Skip to content

Erstellen einer lokalen Paketquelle

Warum überhaupt eine lokale Paketquelle?

Um hier mal meine eigene Erfahrung einzubringen:

Ab und zu lohnt es sich eine aktuellere Version eines Programms von Hand zu übersetzen und daraus ein Paket zu bauen. So habe ich vor ein paar Wochen den Quellcode des Ubuntu 10.10-Paketes von Firefox 3.6.6 genommen und mir daraus selbst aktuelle Pakete kompiliert, da die Version für Ubuntu 10.04 tagelang nicht in Sicht war.

Leider wurden in diesem Fall nicht ein einzelnes Paket, sondern zig Einzelpakete erstellt. Da man nicht alle Pakete benötigt, muss man erst umständlich herausfinden, welche Pakete man überhaupt installieren muss um die vorhandenen Firefox-Pakete zu aktualisieren.

Richtet man dagegen eine lokale Paketquelle ein und kopiert die selbsterstellten Pakete in das passende Verzeichnis, kann man diese Pakete ganz normal und wesentlich komfortabler per Paketmanager aktualisieren bzw. installieren oder deinstallieren.

Eine lokale Paketquelle erstellen

Im Prinzip ist das Einrichten einer lokalen Paketquelle sehr einfach. Alles was man dazu benötigt ist das Paket “dpkg-dev” und ein paar Minuten Zeit.

Zuerst muss man das Paket “dpkg-dev” installieren

sudo apt-get install dpkg-dev

Das Paket stellt das Programm “dpkg-scanpackages” bereit, welches man zwingend benötigt.

Danach muss man ein Verzeichnis anlegen, in welches man die lokalen Pakete (Die DEB-Dateien) ablegt. In meinem Fall habe ich einfach unter “/home” ein Verzeichnis angelegt :

sudo mkdir /home/debs

Natürlich kann jeder das Verzeichnis an eine beliebige andere Stelle legen (z.B. “/usr/local/debs”). Zusätzlich kann man das Verzeichnis noch als normalen Beschreibbar machen um das spätere Aktualisieren der Paketquelle etwas bequemer zu gestalten :

sudo chown Benutzername:Benutzername /home/debs

Als nächstes muss man das angelegte Verzeichnis als Quelle in den Paketmanager einbinden. Um die Sache übersichtlicher zu machen, legt man die zusätzliche Quelle nicht in der Datei “/etc/apt/sources.list”, sondern in einer eigenen Quell-Datei unter “/etc/apt/sources.list.d” ab :

echo "deb file:/home/debs ./" | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/local.list

Alles was man jetzt noch tun muss, ist die gewünschten DEB-Dateien in das angelegte Verzeichnis zu legen und danach den folgenden Befehl im  Paket-Verzeichnis auszuführen :

cd /home/debs
dpkg-scanpackages ./ > Packages
gzip Packages

Danach reicht es die Paketquellen normal per Paketmanager zu aktualisieren (z.B. per “sudo apt-get update”) um die Pakete in die Datenbank aufzunehmen. Will man zusätzliche Pakete in die lokale Paketquelle aufnehmen oder will diese daraus entfernen, kopiert oder löscht man die DEB-Dateien ins bzw. aus dem Verzeichnis und ruft danach die obige Befehlsreihe nochmals auf um die lokale Paketdatei “Packages.gz” neu zu erstellen.

Um die Sache komfortabler zu machen, kann man ein kleines Skript benutzen, welches die obige Befehlsreihe automatisiert ausführt :

#!/bin/bash
pushd /home/debs > /dev/null
rm Packages.gz
dpkg-scanpackages ./ > Packages
gzip Packages
popd
/dev/null

Das Skript enthält die zusätzlichen Befehle “pushd” und “popd”. Ersterer Befehl schiebt das angegebene Verzeichnis in einen Stack. Letzterer Befehl wechselt dann in das oberste Verzeichnis dieses Stacks. Durch diese Befehle kann man das Skript von jedem beliebigen Verzeichnis aus ausführen. Leider ist dieser Weg notwendig, da ich bisher keinen sauberen Weg gefunden habe die Paketquelle so einzurichten, das diese direkt mit dem Namen des lokalen Paket-Verzeichnis arbeiten.

Ich habe mir das Skript unter dem Namen “scan-debs” unter /usr/local/bin” angelegt und ausführbar gemacht :

sudo chmod +x /usr/local/bin/scan-debs

Neue Version des 855GM-DKMS-Pakets

Gerade eben habe ich eine neue Version des DKMS-Pakets mit den gepatchten Kernelmodulen bei Launchpad hochgeladen. Dieser Schritt war notwendig, da in den nächsten Stunden eine neue Kernelversion in den Lucid-Proposed-Quellen erscheint (Version 2.6.32-23.37). Diese neue Kernelversion basiert auf dem Vanilla-Kernel 2.6.32.15 und dem DRM-Stack des Kernels 2.6.33.5.

Die Module des neuen DKMS-Paket basieren auf diesem neuesten Lucid-Kernel. Ich habe eine kleine Änderung in den Quellcode eingefügt, welche dafür sorgt das das DKMS-Paket sauber auf der alten und auch auf der neuen Kernelversion kompiliert. Wer also die Proposed-Quellen aktiviert hat, bleibt nicht im Regen stehen.

Man sollte vor dem Installieren der neuen Kernelversion zwingend das DKMS-Paket aktualisieren. Nur die neue Version kompiliert sauber mit der neuen Kernelversion.

Die einzige Änderung die ich nicht eingebaut habe, ist der Patch für den Xv-Overlay-Modus (Beseitigt den Absturz des Xservers beim Anschauen von Videos). Diesen habe ich weggelassen, da ich nicht sicher bin ob der Patch überhaupt noch notwendig ist. Mangels passender Hardware kann ich diesen Bug nicht mehr selbst nachprüfen.

Falls jemand Abstürze beim Anschauen von Videos mit aktiviertem Xv-Overlay-Modus hat, soll er sich bitte melden. Dann werde ich den Patch wieder in das Paket einbauen.

Edit 11.6.2010 18:41 :

Gefixte Versionen der DKMS-Pakete sind in ein paar Minuten online. Sorry für die Probleme.

Edit 11.6.2010 23:58 :

Sch**ss WM. Ich sollte nicht mit einem Ohr am Fernseher hängen, wenn ich meine Updates erstelle. Ich hatte vergessen die beiden Chipsätze 845 und 855 von der Blacklist des KMS-Modus zu nehmen.

Edit 12.6.2010 00:46

Ich habe gerade eine ältere Version der DKMS-Pakete hochgeladen. Die Versionsnummer ist 0.7.3, entspricht aber der alten Version 0.6.2. Dieses Paket funktioniert wenigstens sauber. Wer die Proposed-Quellen aktiviert hat, sollte das dort angebotene Kernelupdate bis auf Weiteres nicht installieren, da die alte Version der DKMS-Pakete ebenfalls nicht sauber mit diesem neuen Kernel funktioniert.

Ich muss dann wohl auf mein altes Notebook eine Ubuntu-Partition draufmachen um die DKMS-Pakete richtig testen zu können. Ich werde Wohl oder Übel mit dem Verkauf der Kiste noch ein paar Tage warten müssen.

Edit 12.6.2010 18:44 (Hoffentlich der Letzte ;-) )

Ich habe gerade die neuere Version der DKMS-Pakete nochmals hochgeladen. Jetzt sollten die Module endlich fehlerfrei mit dem aktuellen und dem Proposed-Kernel von Lucid funktionieren. Ich hatte leider beim Anpassen des Quellcodes des “i915.ko”-Moduls eine kleine “if”-Abfrage übersehen, welches ein bestimmtes Symbol des Moduls “intel-agp.ko” abfragt. Das wird aber vom Cache-Coherency-Patch aus letzterem rausgeworfen, weshalb das “i915.ko”-Modul nicht laden wollte. *seufz* Asche auf mein Haupt und 100x schreiben “Ich teste meine Software ab sofort 100% bevor ich sie auf den Rest der Menschheit loslasse!”.

Angepasste Ubuntu-CD erstellen (Version 1.1.1)

An dieser Stelle gibt es eine kleine Anleitung, wie man am Schnellsten eine eigene Wunsch-Ubuntu-CD erstellt. Diese Anleitung stellt eine Quasi-Übersetzung der Artikels LiveCDCustomization dar. Ich habe sie nur an ein paar Stellen angepasst und gestrafft bzw. mich auf das Wesentliche beschränkt.

Bitte lest die Anleitung wenigstens einmal komplett durch, bevor ihr euch an das Anpassen einer CD macht. Da man sehr viele Aufgaben als Superuser durchführen muss, können Tippfehler fatal enden.

Grundlegende Vorbereitungen

Als Erstes muss man die ISO-Datei der gewünschten Variante herunterladen.

Diese Anleitung funktioniert nur mit der Live-CD und nicht mit der Alternate-CD

Danach muss man zwei Pakete installieren, welche für das Erstellen der CD zwingend notwendig sind :

sudo apt-get install squashfs-tools genisoimage

“genisoimage” sollte im Normalfall schon installiert sein. Zusätzlich benötigt man 3-5GB freien Festplattenplatz und mindestens 512MB RAM.

Jetzt geht es ans Eingemachte. Zuerst muss man ein Arbeitsverzeichnis erstellen :

mkdir -p ~/live-cd/extract-cd

Ich habe in meinem Beispiel das Homeverzeichnis (“~”) als Grundlage für das Arbeitsverzeichnis gewählt. Wer nicht genügend Platz in diesem Verzeichnis hat und/oder ein anderes Verzeichnis benutzen will, muss den Pfad entsprechend anpassen.

Als Nächstes wechselt man ins angelegte Arbeitsverzeichnis :

cd live-cd

Danach muss man die Live-CD in ein Verzeichnis mounten (Den Dateinamen sollte man entsprechend anpassen) :

sudo mount -o loop Pfad_zur_ISO_Datei/ubuntu-10.04-desktop-i386.iso /mnt

Als Nächstes wird der Inhalt der eingebundenen ISO-Datei per “rsync” in das Verzeichnis “extract-cd” gespiegelt. Dabei wird die Datei “filesystem.squashfs” ausgelassen, da diese am Ende eh neu generiert wird. Zusätzlich werden dann noch alle Dateien des neuen Verzeichnisses als Beschreibbar markiert, da es später ansonsten Probleme gibt :

rsync --exclude=/casper/* -a /mnt/ extract-cd
chmod -R +w extract-cd

Von jetzt an muss jeder Befehl als “root” bzw. Superuser ausgeführt werden. Man sollte dementsprechend aufpassen auf welches Verzeichnis man zugreift bzw. aus welchem Verzeichnis man eine Datei löscht.

Jetzt wird das eigentliche Live-CD-Dateisystem entpackt (Das dauert einige Minuten) :

sudo unsquashfs /mnt/casper/filesystem.squashfs
sudo mv squashfs-root edit
(Ist nicht unbedingt notwendig, verkürzt aber die Tipparbeit bei den restlichen Anpassungen)

Ist dieser Schritt abgeschlossen, kann man die eingebundene ISO-Datei wieder entfernen :

sudo umount /mnt

Alle Dateien der Live-CD sind jetzt auf der Festplatte.

“chroot”-Umgebung vorbereiten

Die folgenden Befehle dienen dazu eine funktionierende “chroot”-Umgebung einzurichten. Sind diese Vorbereitungen abgeschlossen, kann man mit dem Live-CD-System wie mit einer normalen Installation arbeiten.

Zuerst wird die Datei für die Nameserver-Konfiguration vom Hauptsystem in das Live-CD-System kopiert :

sudo cp /etc/resolv.conf edit/etc/

Dies ermöglicht die DNS-Namensauflösung innerhalb der späteren “chroot”-Umgebung. Je nach System, muss man noch zusätzlich die “hosts”-Datei kopieren :

sudo cp /etc/hosts edit/etc/

Jetzt wird noch das dev-Verzeichnis in die “chroot”-Umgebung eingebunden :

sudo mount --bind /dev/ edit/dev

Die “chroot”-Umgebung ist jetzt fast vorbereitet. Alle weiteren, noch notwendigen Konfigurationschritte werden ab jetzt in dieser Umgebung durchgeführt.

Zuerst wechselt man in die “chroot”-Umgebung :

sudo chroot edit

Falls man nicht von vorneherein als Superuser unterwegs war (was auf keinen Fall zu empfehlen ist!), erkennt man jetzt die “chroot”-Umgebung an einem vorangestellten “root” in der Pfadangabe der Konsole.

Jetzt kommen die restlichen Vorbereitung dran. Diese werden, da man jetzt ein Superuser ist, ohne vorangestelltes “sudo” ausgeführt :

mount -t proc none /proc
mount -t sysfs none /sys
mount -t devpts none /dev/pts
export HOME=/root
export LC_ALL=C
alias ls="ls --color -F"

Die “chroot”-Umgebung ist jetzt im Prinzip fertiggestellt. Es müssen jetzt nur noch drei kleine Schritte durchgeführt werden, damit es keine Probleme bei der Installation bzw. Deinstallation von Paketen gibt :

dbus-uuidgen > /var/lib/dbus/machine-id
dpkg-divert --local --rename --add /sbin/initctl
ln -s /bin/true /sbin/initctl

Die letzten drei Befehle sorgen dafür, das die “chroot”-Umgebung keine Möglichkeit hat laufende Dienste zu verändern bzw. auf den System-DBUS-Dienst zuzugreifen.

Ab jetzt kann man das System nach Belieben verändern. In meinen Fall führe ich zuerst per “aptitude” ein Update aller Pakete durch, binde meine PPAs ein und entferne ein paar Pakete (z.B. “example-content”) um die Größe des (später) komprimierten Dateisystem unter ca. 670MB zu halten. Wer will, kann auch einfach Synaptic starten (Befehl “synaptic”) und alle Paketinstallationen, Deinstallationen und Updates grafisch durchführen.

Weitere Anpassungen (z.B. Ändern des Hintergrundbildes, Abschalten des Autologins, usw.) sind nicht Teil dieser Anleitung. Wer mehr zu diesen Änderungen erfahren möchte, sollte sich den am Anfang genannten englischen Artikel durchlesen.

Beim Aktualisieren des Systems gibt zwei Dinge zu beachten :

  1. Man sollte unbedingt alle alten Kernelversionen deinstallieren und nur die neueste Version installiert lassen. Ansonsten bekommt man später die ISO-Datei niemals kleiner als 700MB ohne massiv andere Pakete zu deinstallieren.
  2. Wenn ein Grub2-Update angeboten wird, sollte dessen weitere Konfiguration ablehnen.

Hat man alle Veränderungen durchgeführt, muss man alle vorher getätigten Eingriffe in die “chroot”-Umgebung wieder rückgängig machen bzw. das Dateisystem aufräumen (Paketdateien löschen, temporäre Dateien entfernen, usw.) :

Vor dem Aufräumen und dem Verlassen der “chroot”-Umgebung sollte man sich nochmals vergewissern, dass im Verzeichnis “/boot” nur noch ein Kernel vorkommt. Falls nicht, sollte man dringend die alten Kernelversionen deinstallieren und erst dann die weiteren Schritte durchführen.

aptitude clean
rm /sbin/initctl
dpkg-divert --rename --remove /sbin/initctl
umount /proc
umount /sys
umount /dev/pts

Jetzt kann man die “chroot-Umgebung” wieder verlassen und die restlichen Aufräumarbeiten erledigen :

exit
sudo rm -rf edit/tmp/* edit/root/.bash_history edit/etc/resolv.conf edit/etc/hosts edit/var/lib/dbus/machine-id
sudo umount edit/dev

Falls es beim “unmounten” eines Verzeichnisses (passiert häufiger beim “/dev”-Verzeichnis) Probleme gibt, sollte man den Befehl “umount” mit den Parametern "-lf" (“lazy” und “force”) aufrufen.
Denkt bitte daran, ein “exit”-Befehl verlässt die “chroot”-Umgebung. Um gravierende Fehler zu vermeiden sollte man sich immer merken, das man innerhalb der “chroot”-Umgebung kein “sudo” benötigt, außerhalb (also auf dem normalen System) jedoch immer. Auf keinen Fall sollte man direkt (z.B. per “sudo -s”) in den Superuser-Modus wechseln, da man ansonsten sehr leicht übersehen kann ob man sich überhaupt noch in der “chroot”-Umgebung befindet.

Neuere Kernelversion in die Live-CD einbauen

Damit die Live-CD auch mit einer neueren Kernelversion starten kann, muss man diesen vom eigentlichen Live-CD-Dateisystem ins das Verzeichnis “casper” des Live-CD-Dateisystems kopieren und die Initial-RAM-Disk mit LZMA rekomprimieren :

zcat edit/boot/initrd.img-2.6.32-22-generic | lzma -c -9 > extract-cd/casper/initrd.lz
cp edit/boot/vmlinuz-2.6.32-22-generic extract-cd/casper/vmlinuz

Analog verfährt man, wenn man z.B. einen der Mainline-Kernel oder einen Eigenbau-Kernel in die Live-CD einbinden möchte. Man muss nur die Versionsnummern anpassen, der Rest ist identisch.

SquashFS-Dateisystem erstellen

Nachdem diese Schritte ausgeführt wurden, geht es an das Erstellen des Live-CD-Dateisystems. Der komplette Verzeichnisbaum unter “edit” wird dabei in eine einzelne Datei gepackt (Die Kerneldateien werden dabei ausgelassen) :

sudo mksquashfs edit extract-cd/casper/filesystem.squashfs -wildcards -e boot/vmlinuz-* boot/initrd.img-*

Dieser Vorgang kann, je nach Rechner, bis zu einer halben Stunde dauern. Geht am Besten einen Kaffee trinken.

Nachdem dieser Vorgang abgeschlossen ist, sollte man zuerst die Gesamtgröße des Ordners “extract-cd” überprüfen. Dieser sollte immer unter 700MB bzw. 734003200 Bytes liegen. Ansonsten kann es nämlich zu Problemen beim Brennen der CD kommen. Wer vorhat die ISO-Datei auf eine DVD zu brennen oder diese nur per USB-Stick zu nutzen, braucht auf die Größenbeschränkung natürlich nicht zu achten.

Liegt die Größe über den genannten 700MB, muss man nochmals eine “chroot”-Umgebung erstellen (Einfach die Anleitung ab “chroot”-Umgebung vorbereiten nochmals abarbeiten) und zusätzliche Programme aus der Installation entfernen. Leider gibt es keine Möglichkeit die Größe des erstellten SquashFS-Dateisystems im Voraus zu bestimmen, da die Größe des erstellten SquashFS-Dateisystems davon abhängt, wie stark sich der Inhalt des Live-CD-Dateisystems komprimieren lässt.

Man sollte, nachdem das Erstellen das SquashFS-Datei abgeschlossen ist, diese nochmals per “unsquashfs” entpacken. Mir ist es in den letzten Tagen schon zweimal passiert, das die Datei nicht korrekt komprimiert wurde und einige Dateien darin defekt waren. Da ich mir nicht 100% sicher bin ob es daran lag, dass ich die Anpassungen unter VirtualBox durchgeführt habe, habe ich mir einfach angewöhnt die SquashFS-Datei durch das nochmalige Entpacken auf ihre Korrektheit zu überprüfen (Leider scheint es kein “fsck.squashfs” zu geben). Sollte alles korrekt sein, löscht man danach einfach das erstellte Verzeichnis “squashfs-root” wieder.

ISO-Datei erstellen

Hat man die Größe des Ordners unter 700MB gedrückt, kommen nun die letzten Schritte vor dem Erstellen der eigentlichen ISO-Datei :

sudo chroot edit dpkg-query -W --showformat='${Package} ${Version}\n' > extract-cd/casper/filesystem.manifest
cp extract-cd/casper/filesystem.manifest extract-cd/casper/filesystem.manifest-desktop
sed -i '/ubiquity/d' extract-cd/casper/filesystem.manifest-desktop
sed -i '/casper/d' extract-cd/casper/filesystem.manifest-desktop
sudo du -sx --block-size=1 edit | cut -f1 > extract-cd/casper/filesystem.size
sudo chmod a-x+rw extract-cd/casper/filesystem.squashfs

Die obigen Befehle legen einige Dateien an, welche der Ubuntu-Installer benötigt um den Inhalt des Live-CD-Dateisystems sauber in eine echte Installation überführen zu können. Der “chmod”-Befehl dient nur dazu das man als normaler Benutzer überhaupt auf die angelegte SquashFS-Datei zugreifen kann.

Als letztes ist das eigentliche Erstellen der ISO-Datei dran :

cd extract-cd
genisoimage -D -r -V "Ubuntu 10.04" -cache-inodes -J -l -b isolinux/isolinux.bin -c isolinux/boot.cat -no-emul-boot -boot-load-size 4 -boot-info-table -o ../ubuntu-10.04-desktop-i386-custom.iso .

Die einzigen Parameter, welche man ändern sollte, sind der Name der CD (Parameter “-V”) und den Dateinamen der ISO-Datei.

Ist das Erstellen der ISO-Datei erfolgreich, ist man am Ende angekommen. Nun kann man die erstellte ISO-Datei in einen beliebigen Ordner verschieben und den Ordner “live-cd” von der Festplatte löschen. Bevor man dies tut, sollte man die erstellte ISO-Datei einem Testlauf unterziehen. Am Einfachsten geht das per USB-Stick oder, um keine CD-Rohlinge zu verschwenden, per wiederbeschreibbarer CD. Funktioniert die ISO-Datei ordnungsgemäß und wie gewünscht, kann man dann wirklich den Ordner “live-cd” löschen.

Edit 31.05.2010 :

  • Kleinere Änderungen eingefügt. Dank an dakira für die Hinweise.
  • Fehler korrigiert. Nochmals Dank an dakira für den Hinweis.

Edit 02.06.2010 (*seufz*) :

  • Fehlende Befehle zum Erstellen der Manifest-Dateien eingefügt. Diese Befehle werden direkt vor dem Erstellen der ISO-Datei ausgeführt.
  • Kopieren der Kerneldatei eingebaut. Ist beim Überarbeiten der Befehlsreihe verloren gegangen.
  • Fehlendes “sudo” vor mksquashfs eingefügt.
  • rsync-Befehl überarbeitet. Da am Ende der Inhalt des Verzeichnisses “casper” eh neu erstellt wird, braucht man daraus auch keine Dateien rauskopieren.
  • Datei -und Verzeichnisrechte angepasst damit “genisoimage” und andere Befehle auch ohne “sudo” funktionieren.
  • Rechtschreib -und Grammatikfehler korrigiert.

Edit 16.07.2010 :

  • Hinweis auf den “umount”-Fehler eingefügt. Dank an Lirex für den Tipp mit den Parametern.
sudo du -sx –block-size=1 edit | cut -f1 > extract-cd/casper/filesystem.size

Änderungen am Blog

Hallo,

Ich habe gerade ein paar Änderungen an meinen Blog durchgeführt :

  1. Einzelne wichtige Artikel habe ich in gesonderte Seiten ausgelagert (Siehe oben im Blog). Das erleichtert es mir die Übersicht zu behalten und es gibt für meine Leser jeweils eine zentrale Anlaufstelle zum jeweiligen Thema (Intel-Treiber, 855GM-Probleme, usw.). Zudem ist die Pflege der Download-Links deutlich einfacher zu handhaben.
  2. Ich habe mir jetzt einen Twitter und einen identi.ca-Account (Beides Name “glasen77″) zugelegt. Änderungen am Intel-Treiber und den Kernel-Modulen,  zusätzliche Download-Links für die ISO-Dateien und generelle Aktualisierungen den den “gepinnten” Artikeln werde ich über diese Dienste veröffentlichen. Das macht den Blog übersichtlicher, da ich nicht für jede Änderung einen eigenen Artikel schreiben muss.
  3. Normale Artikel werde ich weiterhin über die normale Blog-Startseite veröffentlichen. Zu diesen werde ich auch keine Tweets verschicken. Dafür gibt es dann das normale RSS-Feed auf meiner Seite.

Edit 29.05.10 :

identi.ca-Account hinzugefügt.

Angepasste ISO-Dateien für Kubuntu 10.04 und Xubuntu 10.04

Wie in den Kommentaren versprochen, habe ich für Kubuntu und Xubuntu angepasste ISO-Dateien erstellt. Beide Versionen enthalten alle aktuellen Updates, meine Version des Intel-Treibers und die angepassten Kernelmodule (Paket “855gm-fix-dkms”).

Alle Download-Links zu den ISO-Dateien finden sich im folgenden Artikel :

Ubuntu ISO-Dateien

Aktualisiertes PPA “intel-driver” / Updated PPA “intel-driver”

Deutsch :

Vor knapp einer Stunde habe ich eine kleine Änderung am PPA “intel-driver” durchgeführt :

Die “libdrm”-Pakete sind jetzt in diesem PPA einhalten. Das heißt es muss nicht mehr ein extra PPA eingerichtet werden, um den Intel-Treiber aktuell zu halten bzw. zu installieren. Deshalb habe ich das PPA “libdrm” deaktiviert und gelöscht.

Die Paketlisten-Dateien für das PPA können problemlos gelöscht werden :

sudo rm /etc/apt/sources.list.d/glasen-libdrm-lucid.list /etc/apt/sources.list.d/glasen-libdrm-lucid.list.save

English :

Just an hour ago, i’ve made a small change to my PPA :

The “libdrm”-packages are now included in this PPA. This means, there is no need to use a extra PPA to be able to install or update the intel-driver. Therefore i’ve  deactivated and deleted the PPA “libdrm”

The package-list files for the “libdrm”-PPA can be deleted without any problems :

sudo rm /etc/apt/sources.list.d/glasen-libdrm-lucid.list /etc/apt/sources.list.d/glasen-libdrm-lucid.list.save

Hardware-Update und die Konsequenzen

Gestern ist mein “neues” Notebook, welches ich letzte Woche per eBay gekauft habe, eingetroffen :

Es ist ein Dell Latitude D820. Das Notebook hat zwar auch schon 3 Jahre auf dem Buckel, ist aber trotzdem um Längen besser als mein altes Latitude D505. Zudem konnte ich bei dem Preis (232€) nicht Nein sagen.

Eine wichtige Konsequenz hat dieser Hardwarewechsel aber leider :

Da das neue Notebook einen Intel GMA950-Grafikchip hat, ist es nicht mehr von den Abstürzen betroffen. Der Kernel-Patch und die Module sind für mich persönlich überflüssig geworden.

Ich werde aber trotzdem die DKMS-Pakete weiter pflegen (Patch für Kernelversion 2.6.34 ist in der Mache), zumindest solange bis von offizieller Seite ein Fix erscheint. 100% testen kann ich sie aber leider nicht mehr. Da das alte Notebook schon so gut wie verkauft ist, fällt dieses als Testplattform leider flach.

Genauso sieht es mit dem Grafiktreiber aus meinem PPA aus. Diesen kann ich ab sofort auch nur noch auf 9xx-basierter Hardware testen. Immerhin habe ich durch das Notebook einen Bug in “meinem” Treiber gefunden, der sich nur auf der neueren Hardware zeigte.

Ich bin also auf Feedback angewiesen, vor allem im Fall des Patches für die Kernelversion 2.6.34 und aber auch für den Intel-Treiber auf 855-basierter Hardware.

Google stellt Codec VP8 unter freie Lizenz

Lange Zeit wurde es ja seitens der Freedesktop Foundation und der freien Softwaregemeinschaft gefordert, jetzt ist es endlich soweit :

Google hat den Codec VP8, in dessen Besitz sie durch den Kauf von On2-Technologies im letzten Jahr gekommen sind, unter eine freie Lizenz (BSD-Lizenz) gestellt. Es wurde eine extra Projektseite, welche den Quellcode für den Codec und andere Sachen bereitstellt, eingerichtet :

The WebM project

Quelle :

Phoronix.com – Google Opens Up VP8, Launches New Container Format

Meine persönliche Meinung dazu :

Das Beste was der freien Softwaregemeinschaft seit langem passiert ist. Endlich gibt es einen Codec, welcher frei von jeglichen Patenten, quelloffen und vor allem Konkurrenzfähig zu H264 ist.

Dankeschön!

Hiermit möchte ich mich bei allen Leuten bedanken die mir Webspace und Traffic für meine ISO-Datei zur Verfügung gestellt haben bzw. die geholfen haben die Datei per Bittorrent zu verteilen.

Ich habe keine 100% Zahlen, aber alleine von meiner Homepage wurde die Torrent-Datei bis heute 700x heruntergeladen. Ich schätze das die Datei von den verschiedenen Quellen mehr als 1000x heruntergeladen wurde. Die Leecher der Torrent-Datei kommen übrigens aus der ganzen Welt : Brasilien, Japan, Syrien, Marokko, um nur mal einige “exotische” Länder zu nennen.

An dieser Stelle also nochmals :

Ein großes Danke an alle die mir geholfen haben die Datei zu verteilen!

855GM-Patchdateien für aktuelle Kernel

Gestern sind die beiden Kernelversionen 2.6.32.13 und 2.6.33.4 erschienen. Da mein zurückportierter 855GM-Patch nur mit den Lucid-Kernelversionen “2.6.32-21″ bzw. “2.6.32-22″ funktioniert, habe ich mir mal die Mühe gemacht und den Patch auf die beiden Vanilla-Kernelversionen “portiert” (Reine Copy’n Paste-Aktion) :

fix-i8xx-gtt-cache-coherency-v9-2.6.32.13.patch
fix-i8xx-gtt-cache-coherency-v9-2.6.33.4.patch

Da sich die beiden Patches nur durch Änderungen in der Datei “intel-agp.c” (Die Änderungen im i915-Treiber sind identisch) unterscheiden, sollte sich der Patch für die 32er Kernelversion auch auf eine zukünftige Lucid-Kernelversion anwenden lassen. Wann eine solche Version erscheinen wird, steht aber noch in den Sternen.