An dieser Stelle möchte ich mit Hilfe einer kleinen Anleitung zeigen, wie man die neueren GDM-Versionen (2.22 und höher) konfigurieren bzw. das Login-Fenster an den eigenen Geschmack anpassen kann.
Bis Version 9.04 benutzte Ubuntu noch die alte Version von GDM (Version 2.20). Diese benutzte zur Konfiguration des Login-Managers die Dateien “/etc/gdm/gdm.conf” bzw. “/etc/gdm/custom.conf”. Diese beiden Dateien sind in allen neueren Versionen von GDM (2.22+) nicht mehr vorhanden bzw. werden bei einem Upgrade nutzlos.
Alle neuen Versionen von GDM benutzen die gconf-Datenbank zur Konfiguration. Im Prinzip ist der Login-Manager nichts anderes als eine vollwertige GNOME-Anwendung. Das hat zur Folge, das man alle Einstellungen die man für den GNOME-Desktop möglich sind, auch für den Login-Manager vornehmen kann (z.B. Theme, Hintergrundbild, Schriftart, Schrifthinting, Barrierefreiheit, usw.).
Auf Grund der neuen Architektur haben sich die Verzeichnisse mit den Konfigurationsdateien grundlegend geändert. Das liegt daran das ein Teil von GDM jetzt nicht mehr mit root-Rechten läuft, sondern als nicht-privilegierter Benutzer “gdm”. Deshalb findet man auch fast keine Konfigurationsdateien unter “/etc/gdm” mehr (nur noch solche die für das Session-Management zuständig sind), sondern die Dateien liegen im Verzeichnis “/var/lib/gdm”, welches nichts anderes als das Benutzerverzeichnis des Benutzers “gdm” ist (Siehe auch die Datei “/etc/passwd”).
Da GDM die Gconf-Datenbank zur Konfiguration benutzt, sind eben in jenem Verzeichnis auch alle Dateien der Datenbank des Benutzers “gdm” zu finden (Vor allem im Verzeichnis “/var/lib/gdm/.gconf”).
Ein Problem ist, das es im Moment noch kein grafisches Tool für die neue GDM-Version gibt und das Tool “gconf-editor” nicht eingesetzt werden kann. Deshalb muss man leider auf das Konsolenprogramm “gconftool-2″ ausweichen. Die Bedienung des Programms ist zwar nicht ganz intuitiv, mit etwas Übung aber recht einfach.
Eine wichtige Voraussetzung um das Programm überhaupt einsetzen zu können, ist die Wahl des richtigen Benutzers beim Aufruf. Da der grafische Login-Manager als Benutzer “gdm” läuft, muss man dem Programm eben jenen Benutzer mitteilen. Das geht über die Option “-u” des “sudo”-Programms :
sudo -u gdm gconftool-2
Um jetzt z.B. das Hintergrundbild des Login-Managers zu ändern, gibt man folgendes in die Konsole ein :
sudo -u gdm gconftool-2 --type string --set /desktop/gnome/background/picture_filename /usr/share/backgrounds/Arc-Brave.png
Die Schrift des Login-Managers lässt sich mit folgender Zeile ändern :
sudo -u gdm gconftool-2 --type string --set /desktop/gnome/interface/font_name "DejaVu Sans Book 10"
Hinweis
Einen Tippfehler im Schlüsselwert quittiert das Programm mit keinerlei Fehlermeldung. Man sollte also vor dem Absetzen einer Änderung alles nochmals überprüfen. Nur Fehler im Schlüsselnamen (z.B. falscher Pfad) werden angezeigt.
Die genaue Bezeichnung einer Schriftart setzt sich aus dem Namen der Schrift, dem Stil und der Schriftgröße zusammen. Wichtig ist vor allem das man die Schriftart in Anführungszeichen setzt um die Leerzeichen benutzen zu können. Ansonsten wird jedes Wort als eigenständiger Parameter interpretiert und man bekommt im besten Fall eine Fehlermeldung präsentiert.
Die Syntax des Programms relativ einfach erklärt :
Die Option “–type” ist der Typ des Wertes den man setzen möchte (Bei Wörtern immer “string”, bei einer Ja/Nein-Option immer “bool”) , “–set” dient zum Setzen eines Wertes in der Datenbank, dahinter folgt der Schlüsselname zusammen mit seinem Pfad und danach der Schlüsselwert. Per Option “–get” kann man gezielt einzelne Schlüsselnamen und deren Werte auslesen.
Der folgende Befehl listet ausgehend vom Wurzelpfad “/” der Datenbank rekursiv (Option “-R”) alle Schlüssel auf :
sudo -u gdm gconftool-2 -R / | less
Die wichtigsten Schlüssel für die Optik des Loginmanagers sind im Pfad “/desktop/gnome/interface” und ” /desktop/gnome/font_rendering” zu finden :
sudo -u gdm gconftool-2 -R /desktop/gnome/interface
sudo -u gdm gconftool-2 -R /desktop/gnome/font_rendering
Eine genauere Beschreibung des Programms “gconftool-2″ erhält man über den Parameter “–help” oder über dessen Man-Page.
Weiterführende Informationen zu “gconf” kann man unter den folgenden Links finden :
Wikipedia-Eintrag zu Gconf
GConf configuration system
GConf Reference Manual