Dieser Artikel entstand auf Grund mehrerer Diskussionen bei ubuntuusers.de. Vor allem der Thread mit dem Titel “Ist Ubuntu in einer Sackgasse!” war eine der Hauptinspirationsquellen für diesen und noch weitere kommende Artikel.
Bevor ich überhaupt irgendwelche Ergebnisse präsentiere, möchte ich an dieser Stelle noch ein paar wichtige Anmerkungen anbringen :
- Es ist mir durchaus bewusst das ich mich einigen Anfeindungen aussetze, wenn ich einen solchen Artikel online stelle. Es gibt einige Menschen da draußen, die es gar nicht gerne sehen, wenn ihre bevorzugte Lieblingsdistribution schlechter dasteht als sie es erwarten. Schnell werden dann Vorwürfe laut, die einen der Parteiname bezichtigen und/oder das die Tests nicht korrekt abgelaufen seien, da man andere Ergebnisse gelesen hätte, welche die persönliche Meinung bestätigen. Um diese Vorwürfe von vornherein zu entkräften, habe ich versucht einen möglichst fairen Vergleich zu machen. Wenn ich von meiner vorgegebenen Verfahrungsweise abweichen musste, habe ich dieses entsprechend protokolliert und habe die Gründe für die Abweichung im weiteren Verlauf des Artikels auch entsprechend erklärt.
- Es wurden bewusst nur Distributionen ausgewählt, welche einen vollständigen Desktop installieren. Ich habe zwar mit dem Gedanken gespielt auch Archlinux mit in den Vergleich aufzunehmen, habe diese Idee aber aus dem Grund wieder verworfen, da Arch im Gegensatz zu den anderen Distributionen keine Vorinstallation eines standardisierten Desktops anbietet und es mehrere Stunden gedauert hätte einen, mit den anderen Distributionen vergleichbaren, Desktop aufzusetzen. Zudem wollte Archlinux nach dem Update meiner Probeinstallation nicht mehr booten (Fehlermeldung in Grub) und ich hatte keine Lust bzw. keine Zeit diesen Fehler zu suchen und ihn auszubügeln. Vor dem Update wollte Arch noch, nach dem Update nicht mehr. Wenn ich die Zeit finde, werde ich Arch nochmal eine Chance geben. Falls sich jemand fragt wo OpenSuSE zu finden ist : Mea culpa, erst nachdem ich mein System wieder in den Ursprungszustand versetzt hatte, ist mir dessen Fehlen aufgefallen.
- Ich habe versucht alle möglichen Fehlerquellen im Voraus auszuschließen. Ich kann natürlich nicht 100% sicher sein das ich keine Fehler gemacht habe, nur habe ich versucht offensichtliche Fehler zu vermeiden. Falls mir ein Ergebnis nicht plausibel vorkam, habe ich den Test sicherheitshalber noch dem Überprüfen des Systems wiederholt.
- Der wichtigste Punkt : Alle Tests wurden jeweils mit der Standardinstallation der Distribution durchgeführt. Es wurden keine Dienste abgeschaltet oder sonst irgendwelche Optimierungen durchgeführt.
Nach dieser allgemeinen Einleitung, nun die eigentliche Beschreibung meines Vergleichs.
Für die Tests wurde ein Notebook “Dell Latitude D505″ mit folgender Ausstattung benutzt :
- P-Mobile 1,7GHz
- 2GB DDR-RAM (333 MHz)
- Samsung HM160HC (160GB)
- Chipsatzgrafik Intel 855GM
- Display mit 1400×1050 Bildpunkten Auflösung
Die Festplatte war in zwei Partitionen unterteilt :
- 1.Partition mit 16GiBi (Root)
- 2. Partition mit 132GiBi (Home)
Die Unterteilung habe ich von meiner ursprünglichen Ubuntu-Installation übernommen. Alle Distributionen wurden in der ersten Partition installiert, wobei die zweite Partition bei allen Distributionen als Benchmark-Partition für die Tests verwendet wurde (Ausnahme OpenSolaris). Der Grund dafür ist das ich kein passendes Backupmedium besitze auf welche alle meine Daten passen würden. Man möge mir diese Tatsache verzeihen, auf die tatsächlichen Ergebnisse hatte diese Unterteilung aber keine größeren Auswirkungen (Näheres siehe Auswertung der Ergebnisse).
Für die Test wurden folgende Distributionen herangezogen :
- Fedora 10 (GNOME)
- Sidux 2008.04 (KDE)
- Ubuntu 8.10 (GNOME)
- OpenSolaris 2008.11 (GNOME)
Alle Distributionen wurden mit allen aktuellen Updates versorgt. Im Falle von Sidux bedeutet dies, das an Stelle des Kernel 2.6.27 der aktuellere Kernel 2.6.28 einsetzt wurde.
Durchführung der Testreihen :
Jede Distribution wurde von ihrer Live-CD auf die erste Partition installiert, welche jedesmal formatiert wurde. Die zweite Partition wurde als Home-Verzeichnis eingebunden, auf welcher dann die Tests durchgeführt wurden. Es wurde jedesmal ein frischer Benutzer namens “test” eingerichtet. Dieser wurde vor jeder neuen Installation gelöscht, damit keine Benutzerdaten einer alten Installation die neue Installation durcheinander bringen konnte.
Alle Distributionen wurden nur mit den aktuellsten Upgrades und den für die Benchmark-Suite notwendigen Paketen versorgt. Alles andere wurde nicht angetastet (sprich keine Optimierung durch Abschalten von Diensten, Compiz, etc.).
Folgende Tests (soweit möglich) wurden mit jeder Distribution durchgeführt (PDF-Version der Tabelle)
| Fedora 10 | Sidux 2008.04 | Ubuntu 8.10 | OpenSolaris 2008.11 | |
| Bootzeit (in s) | 60 | 36 | 66³ | 62 |
| compress-gzip (in s) | 195,34 | 178,29 | 179,7 | 192,95 |
| compress-7zip (MIPS) | 1216,66 | 1227 | 1215,66 | 1228,33 |
| encode-mp3 (in s) | 76,16 | 74,76 | 75,45 | 72,83 |
| encode-ogg (in s) | 48,18 | 45,92 | 46,72 | 62,05 |
| ffmpeg (in s) | 45,91 | 43,66 | 44,09 | -¹ |
| openssl (Signs/s) | 7,42 | 7,77 | 7,6 | 4,2² |
| scimark2 composite (Mflops) | 173,79 | 167,07 | 175,47 | 172,11 |
| gtkperf (in s) | 28,8 | 37,09 | 40,08³ | 28,65² |
| bonnie++ Random Read | 36519 | 52582 | 50031 | 60593 |
| bonnie++ Random Create | 30684 | 31912 | 31195 | 54556 |
| bonnie++ Seq. Read | 45173 | 45782 | 43894 | 45945 |
| bonnie++ Seq. Create | 27568 | 28441 | 28437 | 30377 |
¹ Nicht unterstützt unter OpenSolaris
² Native Version, da Phoronix-Version keine Ergebnisse lieferte
³ Gemessen mit aktiviertem Compiz. Ohne Compiz Bootzeit 58s, Gtkperf 18,66s
Einheit der bonnie++-Werte – Ops/s (Operations per second)
Anmerkungen zu den Ergebnissen :
- Die Vorgehensweise war bei allen Distributionen gleich : Installation, Updates einspielen, Neustart, Neustart, Autologin aktivieren, Neustart, Testen ob alles korrekt funktioniert und nirgends Probleme auftauchen, Neustart, dreimalige Messung der Bootzeit, Durchführung der einzelnen Benchmarks aus der Testsuite.
- Die Messung der Bootzeit des installierten Systems wurde bis zum vollständig geladenen Desktop durchgeführt. Es wurde bei allen Distributionen das Autologin aktiviert. Jeder Messvorgang wurde erst dann gestoppt, wenn die Festplatten-LED des Notebooks keine Aktivität mehr anzeigte und alle Elemente des Desktops vollständig geladen waren. Unter Ubuntu 8.10 wurde der Bootzeit-Test zweimal durchgeführt. Einmal mit und einmal ohne aktiviertes Compiz. Diesen Schritt habe ich gemacht, da außer Ubuntu keine andere Distribution einen Compositing-Manager nach der Installation aktiviert hatte und ich vergleichbare Zahlen für alle Distributionen anbieten wollte. In der Spalte für Ubuntu finden sich aber die Zahlen mit aktiviertem Compiz.
- Es wurden verschiedene, vor allem CPU-lastige, Benchmarks aus der Phoronix-Test-Suite verwendet. Die genaue Beschreibung der einzelnen Tests findet sich auf der Homepage der Test-Suite. Es wurde die letzte stabile Version (1.4.2) der Benchmark-Suite eingesetzt. Ursprünglich war noch der Test “mencoder” enthalten, da dieser aber nur unter Sidux fehlerfrei durchlief, habe ich ihn am Ende weggelassen.
- Mangels einer vernünftigen 3D-Hardware habe ich keinerlei OpenGL-Benchmarks ausgeführt.
- Der “gtkperf”-Test wurde unter allen Distributionen identisch durchgeführt. Es wurde nicht der vorgegebene Test der Phoronix-Test-Suite eingesetzt, da dieser eine Laufzeit von mehreren Minuten pro Einzeltest hat und man auch keine aussagekräftigeren Ergebnisse als bei einem Kurztest erhält. Es wurde aber die erstellte Binärdatei der Test-Suitde benutzt. Unter OpenSolaris musste “gtkperf” aus den systemeigenen Paketquellen nachinstalliert werden, da das Kompilieren des Tests fehlschlug. Es wurde unter allen Distributionen “Clearlooks” als GTK-Theme ausgewählt, das Fenster maximiert und danach auf Start gedrückt. Die vorgegebenen 100 Durchläufe pro Einzeltest wurden nicht verändert.
- Wie beim “gtkperf”-Test wurde unter OpenSolaris die Binärdatei für den “openssl”-Test nicht erstellt. Um trotzdem ein Ergebnis zu erhalten wurde die Binärdatei von OpenSolaris mit den gleichen Parametern wie beim Phoronix-Test aufgerufen.
- Alle Tests liefen auf der zweiten Partition (Ausnahme OpenSolaris). Hier wurde, wegen der fehlenden Schreibmöglichkeit auf ext3-Partitionen und des gewollten Tests des ZFS-Dateisystems, die erste Partition ausgewählt.
Auswertung der Testergebnisse :
Sieht man von einzelnen Ausreißern ab, liegen alle getesteten Distributionen bei den Ergebnissen nahe zusammen. Das weit verbreitete Gerücht das Sidux innerhalb von 15 Sekunden bootet, stimmt nur insofern, das damit wohl die Bootzeit bis zum Loginbildschirm des Systems gemeint ist. Nimmt man den ganzen Desktop als Maßstab sind es aber immer noch sehr gute 36s. Das ist fast doppelt so schnell wie bei allen anderen Systemen. Die anderen drei Systeme schenken sich aber hinsichtlich ihrer Bootzeit nichts, da sie fast gleichauf liegen (ungefähr 1 Minute). Vor allem OpenSolaris hat mich persönlich mit seiner Bootzeit positiv überrascht, da ich die Bootzeit von Solaris 10 kenne und dieses nicht gerade mit Formel1-Tempo glänzt.
Vergleicht man alle anderen Ergebnisse miteinander, stellt man fest das sich vor allem Ubuntu und Sidux wie ein Ei dem Anderen gleichen. Das minimal bessere Abschneiden von Sidux lässt sich am Ehesten mit dem aktuelleren Kernel erklären, aber der Unterschied ist trotzdem nur minimal (<1%). Fedora scheint generell etwas langsamer als Ubuntu 8.10 und Sidux zu sein. OpenSolaris leistet sich einen Ausrutscher bei Ogg-Encoding, ansonsten liegt es aber in der Größenordnung von Fedora. Wo OpenSolaris deutlich punkten kann, ist beim Dateisystemtest “bonnie++”. Hier merkt man sehr deutlich die technologische Überlegenheit von ZFS.
Was mich persönlich verwunderte war das sehr schlechte Abschneiden von Sidux beim Gtkperf-Test. Zwar lag Ubuntu mit aktiviertem Compiz hinter Sidux, mit deaktiviertem Compiz lief der Test unter Ubuntu aber um 10s schneller als unter Fedora 10 und OpenSolaris und mehr als doppelt so schnell als unter Sidux durch. Da Sidux von sich aus keinen Compositing-Manager aktiviert, der KDE-Desktop sich völlig normal anfühlte und sich ansonsten auch keinen Ausreißer erlaubte, kann ich mir dieses Ergebnis nur mit den verschiedenen Versionen des Grafiktreibers für den Intelchipsatz (Sidux 2.3, Ubuntu 2.4, Rest 2.5) erklären. Hier scheint die Version 2.4 schneller als alle anderen eingesetzten Versionen zu sein.
Zu OpenSolaris hätte ich noch zu anzumerken, das dieses auf meinem Notebook stellenweise sehr zäh anfühlte. Vor allem Firefox reagierte mehr als nur träge auf Benutzereingaben. Die Reaktions -und Zeichengeschwindigkeit der grafischen Oberfläche lies immer dann nach, wenn ein Zugriff auf die Festplatte stattfand, egal ob lesend oder schreibend. Das kenne ich zwar auch von anderen Systemen, aber so ausgeprägt wie bei OpenSolaris habe ich diesen Effekt noch nie erlebt. Einen Einfluß auf die Messergebnisse hatte dieses Phänomen aber nicht, der während der Durchführung der Messungen der Rechner nicht benutzt wurde.
Fazit :
Wie man an den Ergebnissen sehr deutlich erkennen kann, liegen alle Distributionen nahe beieinander. Keine Einzige kann sich in allen Tests von den anderen Distributionen absetzen. Sidux liegt zwar in vielen Fällen vorne, der Abstand zu den anderen Distributionen ist aber meistens so klein (vor allem Ubuntu), das er in der Praxis keine Rolle spielt.
Falls mir mein Nachbar seine 250GB-USB-Festplatte ausleiht, werde ich einen in den nächsten Wochen einen erweiterten Benchmark durchführen. Das heißt ich werde zusätzlich noch Archlinux, OpenSuSE, Mandriva und Debian in die Liste mit aufnehmen und vor allem die gesamte Festplatte benutzen. Zudem werde ich mich noch ein wenig tiefer mit der Phoronix-Test-Suite beschäftigen um einen automatisierten Testlauf für jede Distribution hinzubekommen und die Fehler bei den Einzeltests auszumerzen. Auch die Anzahl der eingesetzten Tests werde ich erweitern, damit von jedem Gebiet (CPU, FPU, 2D-Grafik, Java, Javascript, HDD) mehrere Tests vorhanden sind. Das sollte dann einen guten Überblick über alle Distributionen bieten.
glasen
Vielen Dank für den sehr ausführlichen Test!
[...] … Sehr lesenswert: Vergleich zwischen Fedora 10, Sidux 2008-04, Ubuntu 8.10 und OpenSolaris 11.08 Der Test bestärkt mich darin, dass ich unbedingt ZFS haben möchte. Geschrieben von Dirk [...]
Sehr schöner Artikel! Doch erstaunlich und zugleich irgendwie beruhigend, das dann doch alles einigermaßen nah beieinander liegt. Ist doch super, wenn man die Entscheidung für eine Distribution nicht von den Leistungsdaten abhängig machen muss, sondern sich auf die einzelnen Konzepte konzentrieren kann.
Ein Nachteil hat das ganze allerdings: Die Windows-Umsteiger, die immer auf einen Sch***-längen-Vergleich aus sind, habens etwas schwerer bei der Auswahl
Ich freu mich auf die Fortsetzung! Weiter so!
Und an den Nachbarn: Leih ihm die Platte!
Wirklich interessant – dass die Unterschiede so gering sind, abgesehen von sidux Bootzeit, Solaris ZFS und Ubuntus gtkperf ohne Compiz.
Der Arbeitsaufwand dürfte groß gewesen sein. Ich hätte trotzdem einen Wunsch für den nächsten Durchlauf: Kann doch noch ein 3D-Benchmark mit eingebaut werden? Würde das Bild einfach vervollständigen. Oder läuft mit der Karte wirklich nichts?
Gruß
Linux und Opensolaris im Benchmark…
Unter glasen-hardt.de findet sich ein sehr netter und ausführlicher Vergleich von Fedora 10, Sidux 2008-04, Ubuntu 8.10 und OpenSolaris 11.08 auf Leistungsebene. Lesenswert vor allem für jene die denken, ihre Distribution wäre die schnellste, denn d…
Naja, laufen tun die Benchmarks schon. Nur viel Sinn macht es nicht, da im Notebook eingebaute Intel-Chipsatzgrafik nicht gerade der Renner in Sachen 3D ist. Ob jetzt ein 3D-Benchmark mit 4fps oder 4,1 fps auf meinem Rechner läuft, spielt dann keine Rolle und erlaubt auch keine vernünftige Aussage über die Leistungsfähigkeit einer Distribution in Sachen 3D. Ich werde aber versuchen den Test noch auf einem leistungsfähigeren Rechner durchzuführen (Core2Duo 6650, Geforce 8800GT), nur kann das noch etwas dauern. Dort werde ich dann auch 3D-Benchmarks durchlaufen lassen.
Also der gtkperf Test war ja wohl nix. Zum einen ist es unsinnig einen Test für GTK unter KDE laufen zu lassen, da die beiden Desktops auf unterschiedlichen Toolkits basieren. Wenn Sidux mit KDE installiert wurde wundern mich die Werte bei gtkperf nicht wirklich.
Weiterhin ist es ein grober Fehler wenn man auf der einen Seite sagt, das man am System keine Einstellungen ändert und dann beim gtkperf Test alles auf Clearlooks stellt. Es gibt nämlich erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Themes. So ist die Clearlooks Engine eine der langsamsten überhaupt, die von Ubuntu verwendete Murrine Engine ist etwas schneller. Schlichte Themes wie Mist sind noch einmal deutlich schneller. Wenn man also alles mit den Standard Einstellungen testen möchte muss man auch das Standard Theme verwenden.
Weiterhin habe ich festgestellt das die Geschwindigkeitsunterschiede vom verwendeten Rechner abhängt. So läuft der Standard Test auf meinem E2140 und Intel Grafik mit der Mist Engine in ca 9 Sekunden durch, Human Murrine braucht rund 11 Sekunden, Clearlooks 11,5 Sekunden. Außerdem kann ich hier beobachten das der erste Test nach dem Umschalten des Themes immer eine Sekunde länger dauert als der zweite
Der Unterschied zwischen der Mist Engine und Murrine auf einer Nvidia Karte ist größer als der auf Intel Hardware. Hier kann Mist nach 10 Sekunden fertig sein, Murrine 18 Sekunden und Clearlooks auch mal 20 Sekunden brauchen. Ich vermute, das Murrine verstärkt die Grafik Hardware verwenden möchte und hier bei den Nvidia Treibern auf taube Ohren stößt.
Zu Compiz ist zu sagen: auf meinem E2140 mit Intel 950 Grafik wirkt sich Compiz sogar positiv auf die gtkperf Werte aus. Sowohl Human-Murrine als auch Mist laufen beim Standard Test 1,5-2 Sekunden schneller durch als ohne Compiz.
Es hängt also extrem von der verwendeten Hardware und den installierten Treibern ab, aber auch vom eingestellten Theme.
Vielen Dank für diesen Test und die damit verbundenen Mühen, glasen! Ist immer wieder beruhigend zu wissen/sehen, dass, wie onli schrieb, alle Distributionen so nah beieinander liegen und man damit zwangsläufig aufs richtige Pferd setzt.
> Also der gtkperf Test war ja wohl nix. Zum einen ist es unsinnig einen Test für GTK unter KDE laufen zu lassen, da die beiden Desktops auf unterschiedlichen Toolkits basieren. Wenn Sidux mit KDE installiert wurde wundern mich die Werte bei gtkperf nicht wirklich.
Das ist mir sehr wohl bewusst. Aber GTK-Programme wie z.B. Firefox laufen aber trotzdem unter Sidux. Und ich habe bewusst nur die GTK-Geschwindigkeit gemessen, da es kein vergleichbares Tool für Qt gibt. Das ändert trotzdem nichts an der Tatsache das Gtkperf unter Sidux länger brauchte als unter den anderen drei Distributionen. Das man die Werte durch Feintuning übrigens verbessern kann, ist mir auch bewußt. Doch das gilt auch für alle anderen Distributionen.
Zu den restlichen Vorwürfen :
Ich habe unter allen Distributionen “Clearlooks” beim Messen der Geschwindigkeit benutzt, auch wenn standardmäßig eine andere Theme-Engine eingesetzt wird. Der Grund ist das “Clearlooks” unter allen Distributionen vorhanden ist und ich vergleichbare Werte haben wollte. Was nützt es wenn ich unter Ubuntu ein Murrine-basiertes Theme benutze und unter Sidux das Mist-Theme und dabei herauskommt das unter Sidux Gtkperf schneller durchläuft? So kann ich wenigsten sagen das Clearlooks unter Sidux am langsamsten war, unter Ubuntu ohne Compiz am schnellsten. Das der Unterschied höchstwahrscheinlich von der unterschiedlichen Treiberversion herrührt kann, habe ich auch deutlich gemacht.
Das jeder Rechner andere Werte unter Gtkperf liefert, liegt ja wohl in der Natur der Sache. Und auch das die Nvidia-Treiber im 2D-Bereich etwas langsamer als die Intel-Treiber sind, ist mir bekannt. Es ging mir einfach darum zu versuchen einen einigermaßen fairen Vergleich zwischen den einzelnen Distributionen zu erhalten und das geht halt nur, wenn man unter allen Distributionen zumindest bei der Auswahl der Testparameter für gleiche Bedingungen sorgt.
Hi, Danke Glasen, viel Mühe gegeben. Erwähnenswert zu Gtkperf: auf dem schwächerenDell X-300 mit Intel 855 läufts unter Sidux mit, 14,86 allerdings die XFCE-Version.
servus
super idee mit dem vergleich weiterso , ich selbst benutze flux und java ,weil wenig ram und so .
danke sehr schön ich schau demnächst mal wieder rein.
Hi,
Ich bin etwas von der normalen Vorgehensweise bei Gtkperf abgewichen und habe das Programm im maximierten Modus in der Auflösung 1400×1050 betrieben (Steht auch so im Artikel). Dadurch kommen auch die anscheinend zu hohen Werte zu Stande. Wenn ich das Programm normal durchlaufen lasse (Standardfenstergröße) komme ich für Human-Murrine unter Ubuntu 8.10 auf einen Wert von ca. 12s, für Mist auf ungefähr 8,5s.
Ich werde mir für den erweiterten Test überlegen wie ich Gtkperf sinnvoller einsetzen kann. Ich werde wahrscheinlich die Ergebnisse der einzelnen Testbereiche von Gtkperf (Entrys, Buttons, Text und Drawing) separat angeben, damit man gleich sieht wo die Schwachstellen des Treibers/Distribution/Xorg/was auch immer bestehen.
Vielen Dank für deine Mühe und hoffen wir das dir der Nachbar die Platte leiht… Persönlich bin ich sehr auf das Ergebnis von Arch Linux gespannt, nachdem ich den störrigen Steinbock, Fedora etc. pp. von meiner Workstation verbannt habe, fahre ich mit Arch Linux echt gut. Alleine der “gespührte” Perfomanceschub hat mich doch überzeugt.
Besten Dank für diesen Test. Ich komme aus dem sidux-Lager und könnte (auch nach dem Vorwort) Kritik der Sorte “Meine Lieblingsdistri ist viel besser, also ist dein Test scheiße” nicht wirklich nachvollziehen. Grundsätzlich habe ich es nicht eilig am PC, ich hab ja Zeit (bestmögliche Leistungsausnutzung und Multitasking sind mir wichtiger).
Aber auf was es aus User-Sicht letztlich ankommt, ist meiner bescheidenen Meinung nach die gefühlte Geschwindigkeit, vor allem auf alten Rechner unter einem Gigahertz, von denen es noch mehr gibt als man glaubt.
Warum wurde Sidux auf KDE und nicht Gnome getestet? Sind so überhaupt sinnvolle Testergebnisse zu erwarten? So Bootet meiner Ansicht nach ja KDE mit weitaus mehr Diensten als Gnome, wodurch u.a. die Bootzeit von Sidux maximal als Referenz gewertet werden kann (will man sie direkt vergleichen mit anderen Distributionen welche auf Gnome setzen).
MfG Meo
> Warum wurde Sidux auf KDE und nicht Gnome getestet?
Weil es für Sidux nur eine KDE-CD gibt und offiziell auch nur KDE von den Sidux-Machern unterstützt wird.
> Sind so überhaupt sinnvolle Testergebnisse zu erwarten?
Da die Unterschiede zwischen den einzelnen Distributionen nur minimal sind, würde ich sagen ja.
> So Bootet meiner Ansicht nach ja KDE mit weitaus mehr Diensten als Gnome, wodurch u.a. die Bootzeit von Sidux maximal als Referenz gewertet werden kann (will man sie direkt vergleichen mit anderen Distributionen welche auf Gnome setzen).
Eigentlich ist es eher umgekehrt. Die KDE-Installation von Sidux benutzt z.B. keinen NetworkManager, HAL ist auch keine zwingende Abhängigkeit von KDE, usw. Sidux gewinnt vor allem dadurch bei der Bootzeit, das es sehr schnell die vorhandene Hardware erkennt. Hier verliert Ubuntu z.B. 10 Sekunden auf Sidux.
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gute arbeit! wie wäre es mal mit einen vergleichstest der verschiedenen netinstaller? (habe dein mailformular nicht gefunden) seit jahren installiere ich Debian nur noch mit dem netinstaller direkt aus dem internet auf die maschine – wenn ich das mit Fedora mache, brauche ich jahre (natürlich etwas überzogen
und da rede ich nur von einer standard-installation mit office ohne schnickschnack, über ein gigabit-lan zur fritzbox und dsl6000….
gruss
marolu
Danke für die Blumen. Nur verstehe ich deine Frage nicht ganz. Was soll ein Vergleich der Net-Installer für einen Sinn machen? Die Installation am Ende ist doch identisch mit einer CD-Installation.